Mangelhafte Brustimplantate: Österreichisches Implantat-Register gibt Sicherheit
Österreichs Plastische Chirurgen verweisen als Reaktion auf den französischen Skandal um mangelhafte Brustimplantate auf das bisher nur von ihnen geführte Implantat-Register. Sie laden alle anderen Facharztgruppen, die Brustimplantate einsetzen, ein, sich am Implantat-Register zu beteiligen. Die Plastischen Chirurgen in Österreich stehen darüber hinaus allen verunsicherten Patientinnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.
Die französischen Gesundheitsbehörden haben aktuell eine spektakuläre Rückholaktion mangelhafter Brustimplantate des französischen Herstellers PIP (Poly Implant Prothese) gestartet. Auch in Österreich könnten Frauen betroffen sein. Die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) sehen sich als Ansprechpartner für verunsicherte Patientinnen und verweisen auf die Ärzteliste auf der Website ihrer Gesellschaft (www.plastischechirurgie.org) bzw. auf ihre Service-Hotline: 0820 820 600.
Qualitätssicherung durch Implantat-Register
Prim. Dr. Thomas Hintringer, Präsident der ÖGPÄRC und Leiter der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, nimmt zur Lage in Österreich Stellung: „Leider können wir nicht genau sagen, ob und wie viele Frauen in Österreich von den mangelnden Brustimplantaten betroffen sind. Wir Plastischen Chirurgen führen zwar ein Register für Silikonimplantate und in diesem sind keine PIP-Implantate registriert. Da wir aber bisher die einzigen waren, die mit diesem Register gearbeitet haben, können wir nicht sagen, ob nicht Ärzte anderer Fachgruppen derartige Implantate eingesetzt haben.“ Implantate anderer Firmen stehen derzeit nicht in Verdacht mangelhaft oder unsicher zu sein.
Beteiligung anderer Fachgruppen erwünscht
Das Implantat-Register wurde bereits 1996 gegründet und genießt heute international den ausgezeichneten Ruf, federführend zu sein. Prim. Hintringer dazu: „Das Implantat-Register ist mittlerweile ein wichtiges Instrument unserer Qualitätssicherung. Um diese zu verbessern, laden wir alle anderen Fachgruppen, die Brustimplantate aus Silikon einsetzen, dazu ein, sich ebenfalls am Register zu beteiligen. Dadurch bekämen wir eine perfekte Übersicht, die vor allem in Fällen wie dem aktuellen sehr hilfreich wäre.“ Falls eine Frau, die sich Brustimplantate einsetzten hatte lassen, weiß, dass sie ein PIP-Implantat trägt, empfiehlt Prim. Hintringer: „In diesem Fall sollte sich die Betroffenen sofort mit ihrem Operateur in Verbindung setzen und sich beraten lassen, da PIP-Implantate in Verdacht stehen, eventuell gesundheitliche Schäden auszulösen.“
Über die ÖGPÄRC
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie ist die offizielle wissenschaftliche und standespolitische Vertretung der FachärztInnen für Plastische Chirurgie. Jeder Facharzt und jede Fachärztin für Plastische Chirurgie unterzieht sich einer sechsjährigen Ausbildung an einer vom Gesundheitsministerium definierten und zugelassenen Ausbildungsstätte. Aufgrund des extrem breiten Spektrums ist es eine Notwendigkeit und Verpflichtung spezielle Techniken (wie z.B. Hauttransplantationen, Mikrochirurgie) zur Durchführung verschiedenster Eingriffe zu erlernen. Neben dem medizinisch technischen Know-how müssen die plastischen ChirurgInnen auch über gezieltes psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen.
Homepage der ÖGPÄRC: www.plastischechirurgie.org
Download der Guidelines für ästhetische Eingriffe und des Ethik-Kodex der ÖGPÄRC: www.plastischechirurgie.org/de/qualit-tssicherung/
ÖGPÄRC Patienten-Hotline: 0820 820 600.
Nähere Informationen, Interviewanfragen und Fotowünsche:
ÖGPÄRC-Pressestelle:
Fischill PR,
Kochgasse 4, 1080 Wien
Tel. 01/408 68 24-15,
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