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Geschädigte Nerven wiederherstellen

Zerstörte oder geschädigte Nerven in den Extremitäten können zu Funktionsstörungen bis hin zur Lähmung führen. An den Österreichischen Spezialzentren für Nervenchirurgie führen Plastische Chirurgen Nervenrekonstruktionen durch und erzielen dabei beste Ergebnisse bis hin zur vollständigen Wiederherstellung der Funktion.


Hoher Zeitdruck
Koordinierte und flüssige Bewegung wird erst durch ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln und Nerven möglich. Sind Muskeln oder Nerven geschädigt, kann dies zu Funktionsstörungen führen, die für die Betroffenen häufig dramatisch sind. Gerade Schädigungen der Nerven sind heikel, da Nerven sehr sensibel sind und nur innerhalb eines kurzen Zeitfensters von maximal 6 Monaten effizient therapiert werden können. Verliert der Nerv seine Funktion, können Gefühlsstörungen oder –ausfälle, taube Areale, Muskelschwächen oder Lähmungen die Folge sein. Im schlimmsten Fall degeneriert der Muskel mangels Stimulation und wird unwiederbringlich abgebaut. Um verletzte Nerven optimal behandeln zu können, wurden in Österreich Spezialzentren für Nervenchirurgie eingerichtet. Hier arbeiten ExpertInnen, meist FachärztInnen für Plastische Chirurgie, die sich auf Mikro- und Nervenchirurgie spezialisiert haben, mit ihren Teams an der Rekonstruktion von Nerven.

Optimale Versorgung in Spezialzentren
Univ.Doz.Dr. Werner Girsch, Facharzt für Plastische Chirurgie mit Schwerpunkt Nervenchirurgie und Leiter der Handambulanz am Orthopädischen Spital Speising in Wien empfiehlt Menschen mit Nervenverletzungen an den Extremitäten, sich unbedingt rechtzeitig an eines dieser Spezialzentren zu wenden. Er meint: „Wir stehen hier unter großem Zeitdruck: Die Phase in der substanzielle Verbesserungen erreicht werden können, beträgt maximal eine halbes Jahr nach der Verletzung. Wenn sich in den ersten 3 Monaten nach der Erstversorgung keine deutliche Wiederherstellung der Fähigkeiten zeigt, muss mit der Nervenrekonstruktion oder der Rehabilitation begonnen werden, sonst läuft der Patient Gefahr, die Funktion der betroffenen Körperregion zu verlieren. Zum Glück stehen uns heute ausgezeichnete Diagnoseverfahren und Therapiemethoden zur Verfügung, so dass wir in den meisten Fällen sehr gute und vor allem für den Patienten essenzielle Ergebnisse im Bereich der Wiederherstellung der Nervenfunktion erreichen können.“ Die Behandlung von Nervenschäden erfolgt immer in drei Schritten: zuerst wird die Diagnose erstellt, dann eine maßgeschneiderte Therapie entwickelt und schließlich größter Wert auf die Nachsorge gelegt.

Klare Diagnose nötig
Nervenspezialist Girsch betont: „Der erste Schritt ist immer das Erstellen einer klaren Diagnose. Neben modernen Verfahren wie der Elektromyografie bei der die elektrischen Aktivitäten des Muskels bzw. die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden, ist vor allem die Verlaufsbeobachtung durch den Arzt wichtig, um Veränderungen dokumentieren zu können. Die Frage lautet immer, ob es zur spontanen Erholung der Nerven und Muskeln kommt, oder ob man eingreifen muss.“ Wurde die Diagnose gestellt, kann die entsprechende Therapie begonnen werden. Girsch dazu: „Manchmal genügt es den Nerv zu lösen, in anderen Fällen muss man auf ein körpereigenes Transplantat, meist ein Nerv aus dem
Bereich des Unterschenkels zurückgreifen. Die Funktion des Bereichs im Unterschenkel aus dem der Nerv entnommen wurde, kann durch gezieltes Training kompensiert werden. Das erfordert natürlich therapeutischen Einsatz, ist aber beispielsweise im Vergleich zu einem Funktionsverlust der Hand das geringere Übel. Neueste Forschungsergebnisse geben aber Anlass zur Hoffnung, dass es in Zukunft möglich sein wird, aus den Zellen toter Nerven autologe Nerven neu zu züchten.“

Nachsorge wichtig
Nach der Wiederherstellung des Nervs erfolgt über einen längeren Zeitraum gezielte Nachsorge bzw. Rehabilitation. Hier arbeiten ÄrztInnen und TherapeutInnen zusammen, um die passenden Programme auszuarbeiten und durchzuführen. Dabei setzen die ExpertInnen vor allem auf Maßnahmen zur Stimulierung der Muskulatur. Es kommen aber auch Resensibilisierungsprogramme zum Einsatz. Mit ihnen wird die Sensibilität der Nerven trainiert. Oft kann das Gehirn das Wiederkehren der Funktion nicht nutzen, da das entsprechende Areal verlernt hat, die Reize zu erkennen und umzusetzen. Doz. Girsch erklärt: „Heute können SpezialistInnen auf Grund der hohen Standards in der Medizin und ihres Know-Hows Nervenverletzungen sehr gut behandeln. In den meisten Fällen kann die Funktion der betroffenen Areale zu einem hohen Prozentsatz wieder hergestellt werden. Wesentlich ist dabei aber, dass der Patient rechtzeitig die SpezialistIn aufsucht.“

Über die ÖGPÄRC
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie ist die offizielle standespolitische Vertretung der FachärztInnen für Plastische Chirurgie. Jeder Facharzt und jede Fachärztin für Plastische Chirurgie unterzieht sich nach seinem Medizinstudium einer sechsjährigen Ausbildung an einer vom Gesundheitsministerium definierten und zugelassenen Ausbildungsstätte. Aufgrund des extrem breiten Spektrums ist es eine Notwendigkeit und Verpflichtung spezielle Techniken (wie z.B. Hauttransplantationen, Mikrochirurgie) zur Durchführung verschiedenster Eingriffe zu erlernen. Neben dem medizinisch technischen Know-how müssen die Plastischen Chirurginnen und Chirurgen auch über gezieltes psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen.

Homepage der ÖGPÄRC: www.plastischechirurgie.org
ÖGPÄRC Patienten-Hotline: 0820 820 600.


Nähere Informationen, Interviewanfragen und Fotowünsche:

ÖGPÄRC-Pressestelle:
Fischill PR,
Kochgasse 4, 1080 Wien
Tel. 01/408 68 24-15
office@fischill.at
www.fischill.at

 

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